Carlo Bugatti (1856-1940)

Stuhl

1902

Das Modell dieses Stuhls wurde von Carlo Bugatti für einen der von ihm ausgestatteten Räume entworfen, den er 1902 auf der Ersten internationalen Ausstellung für Kunstgewerbe in Turin präsentierte. Dieser „Spiel- und Konversationsraum” ist die menschengerechte Nachbildung eines Schneckenhauses. Diese „Installation”, die in Kürze den Beinamen „camera a chiocciola” (Schneckenraum) erhielt, ist eine Reflexion zur Morphologie des Tiers und zum Thema der Spirale. Sie kennzeichnet den Höhepunkt der Kreationen Bugattis auf dem Gebiet der Möbelkonstruktion.

Um die geschwungene Linienführung zu betonen, beschließt Carlo Bugatti, die Formen mit Pergament einzukleiden, das auf die Möbelstruktur geklebt wird. Dieser Überzug wird anschließend mit einem Dekor aus zierlichen, roten und goldenen Insekten bemalt.
Carlo Bugattis Werk löste „bei der Jury und beim Publikum heftige Diskussion [...] leidenschaftliche Auseinandersetzungen” aus und brachte ihm den Ehrenpreis (die höchste Auszeichnung) ein, weil er „als erster italienischer Künstler ein modernes Möbelstück nicht nur ersonnen sondern entworfen hat”.

Holz mit Pergament überzogen, bemalt, mit Goldhöhung, Einlegearbeiten aus Kupfer

H. 97; B. 37,2; T. 53 cm

©ADAGP - RMN (Musée d'Orsay), Hervé Lewandowski

**informations_generales.localisation**

Musée d’Orsay

1 rue de la Légion d'Honneur
75007 Paris
France

+33 (0)1 40 49 48 14