Über den Ursprung der Welt

Die Erfindung der Natur im 19. Jahrhundert.
15 Dezember 2020 - 02 Mai 2021
Das 19. Jahrhundert war von der beispiellosen Entwicklung der Naturwissenschaften geprägt. Die großen Entdeckungsreisen offenbaren die Vielfältigkeit der Welt sowie die Vielfalt der lebenden Arten: Die Geologie entdeckt das unvorstellbare Alter der Erde und ihre Veränderungen im Laufe der Zeit. Die Studie der Fossilien belegt das Alter des Lebens auf der Erde und die Existenz verschwundener Arten. 1854 wird mit den Dinosauriern des Crystal Palace in London ein erster "Jurassic Park" in Szene gesetzt. Die Entdeckung des prähistorischen Menschen wirft Fragen auf: Wie soll er dargestellt werden? Wer war der erste Künstler?

In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts erforschen Darwin und seine Anhänger, wie z. B. Haeckel in Deutschland, die Ursprünge des Menschen, seinen Platz in der Natur, sein Verhältnis zu den Tieren sowie seine eigene Tiernatur in einer Welt, die nun als Ökosystem betrachtet wird. Diese Revolution in den Wissenschaften sowie die öffentlichen Diskussionen im Laufe des Jahrhunderts üben einen nachhaltigen Einfluss auf die Künstler aus. Die Ikonografie des Affen verdeutlicht das Unbehagen angesichts unserer affenartigen Vorfahren und der fantastischen Suche nach dem "fehlenden Glied".

Die symbolistische Ästhetik der Verwandlung ist von Ungeheuern und Hybridwesen, Kentauren, Minotauren, Meerjungfrauen und anderen Fantasiewesen bevölkert. Mit den Kunstformen der Natur von Haeckel wird die Natur zum Künstler. Die Welt des unendlich Kleinen, die Botanik und die Tiefen des Meeres dienen der Kunst und insbesondere der dekorativen Kunst als Inspirationsquellen. Jugendstil und Symbolismus zeugen von der Faszination für den Ursprung der Welt, die Ontogenese und Phylogenese: Einzellorganismen, Meerestiere oder embryonale Formen finden Eingang in undefinierte Welten und die Geheimnisse des entstehenden Lebens.

Das Musée d'Orsay organisiert erstmals eine Ausstellung am Kreuzpunkt von Wissenschaft und Kunst, in Zusammenarbeit mit dem Muséum national d’Histoire naturelle das die Themen dieser Fragestellung nachzeichnet. Dabei werden die wichtigen Etappen der wissenschaftlichen Entdeckungen ihren Parallelen in der imaginären Welt gegenüberstellt.

Kommissariat

Dieses Projekt wurde unter der Leitung von Laurence des Cars, Präsidentin der Musée d'Orsay und Musée de l'Orangerie, und Nathalie Bondil, Vizepräsidentin des Canada Council for the Arts.

Generalkommission

Laura Bossi, Neurologin und Wissenschaftshistorikerin

Kuratorin der Ausstellung in Paris

Élise Dubreuil, Kurator für dekorative Kunst am Musée d'Orsay
In Zusammenarbeit mit:
Lionel Britten, verantwortlich für die Dokumentation am Musée d'Orsay
Marie-Liesse Boquien, Jérôme Legrand, Clémentine Lemire , verantwortlich für Dokumentarfilmstudien am Musée d'Orsay

Kuratoren der Ausstellung in Montreal

Jennifer Laurent, Kuratorin für moderne und zeitgenössische dekorative Kunst am Montreal Museum of Fine Arts
Hilliard T. Goldfarb, Kurator für Gemälde, Montreal Museum of Fine Arts


Die Ausstellung wird organisiert vom Musée d'Orsay und dem Musée de l'Orangerie, Paris, sowie dem Musée des Beaux-Arts von Montreal, Kanada, wo sie vom 15. Juni bis 30. September 2021 zu sehen sein wird.

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Musée d’Orsay

1 rue de la Légion d'Honneur
75007 Paris
France

+33 (0)1 40 49 48 14